Werbung

10441?w=180

Weitere AnzeigenPfeil-r
Sie wollen ein Werbebanner schalten?
Veranstaltungen

Weitere Veranstaltungen Pfeil-r

Börse

Freitag, 23.10.2020
Milchschaf Bock

Weitere AnzeigenPfeil-r

Neuigkeiten

Freitag, 22.05.2020
Erster Grundkurs in Corona-Zeiten

VHM führt Ende Juni Grundkurs mit Corona-Hygieneauflagen durch

Montag, 04.05.2020
Regionalgruppentreffen Rheinland-Pfalz, Saarland & Luxemburg gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen

Das Treffen am Donnerstag, den 14. Mai 2020 fällt aus !!!

Weitere NeuigkeitenPfeil-r

 
 

Kennzeichnung von Lab

ALTS fordert Angabe von Lab im Zutatenverzeichnis

Die Lebensmittelüberwachung beanstandet zunehmend Produktetiketten bei denen die Angabe des Gerinnungsenzyms (Lab oder Labaustauschstoff) im Zutatenverzeichnis fehlt.

Quelle: Käserei Dottenfelderhof

Abbildung 1: Bisher dienten Gerinnungsenzyme als Paradebeispiel für einen Verarbeitungshilfsstoff, da das Labenzym während der Be- oder Verarbeitung von Lebensmitteln verwendet wird und im Endprodukt keine direkte Wirkung hat.

Hintergrund ist eine Stellungnahme des “Arbeitskreises der auf dem Gebiet der Lebensmittelhygiene und der Lebensmittel tierischer Herkunft tätigen Sachverständigen” (ALTS). Diese Bund-Länder-Arbeitsgruppe befasst sich immer wieder mit Auslegungsfragen bei der Kennzeichnung von Lebensmittel.

Im konkreten Fall ging es um einen Weichkäse, bei dem im Zutatenverzeichnis kein Lab bzw. Labaustauschstoff angegeben wurde, während die anderen für die Käseherstellung notwendigen Zutaten aufgeführt waren. Der Hersteller argumentierte, dass Lab bzw. Labaustauschstoff als Verarbeitungshilfsstoff verwendet wird und beruft sich auf Art. 20 lit. b Nr. ii der VO (EU) Nr. 1169/2011, wonach Lebensmittelenzyme, die als Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden, nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt zu werden brauchen.

Der ALTS hatte somit zu beurteilen, ob das Lebensmittelenzym Lab bzw. Labaustauschstoff bei der Herstellung von Käse als Verarbeitungshilfsstoff verwendet wird und ob es ggf. im Zutatenverzeichnis anzugeben sei.

Der ALTS kam zum Entschluss, dass es sich bei Lab bzw. Labaustauschstoffen um Lebensmittelenzyme handelt. Diese würden der Käsereimilch bei der Käseherstellung direkt zugesetzt und mit der Milch vermengt. Die erzielte Auswirkung auf das Enderzeugnis sei evident: Ohne Lab bzw. Labaustauschstoff wäre aus der flüssigen Milch kein fester Käse geworden. Lab bzw. Labaustauschstoff seien daher nicht wie ein Verarbeitungshilfsstoff, sondern wie ein Zusatzstoff verwendet worden. Damit seien Lab bzw. Labaustauschstoff nach Art. 18 der VO (EU) Nr. 1169/2011 im Zutatenverzeichnis anzugeben.

Diese Einschätzung des ALTS wird zusehends von der Lebensmittelüberwachung angewendet. Wer Lab bzw. Labaustauschstoffe in seinem Produkt einsetzt und ein Zutatenverzeichnis angibt, sollte zukünftig dort Lab bzw. Labaustauschstoffe aufführen. Zu beachten ist, dass nur die Labextrakte aus Wiederkäuermägen als Lab bezeichnet werden dürfen. Mikrobielles Lab ist als Labaustauschstoff zu kennzeichnen.

Allerdings wurde durch den ALTS nur die Frage geklärt, wie die Kennzeichnung zu erfolgen hat, wenn ein Zutatenverzeichnis angegeben ist. Gemäß §19 Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist bei einigen Milchprodukten kein Zutatenverzeichnis erforderlich:

“Käse, Butter, fermentierter Milch und Sahne, denen keine Zutat zugesetzt wurde außer für die Herstellung notwendige Milchinhaltsstoffe, Lebensmittelenzyme und Mikroorganismen-Kulturen oder für die Herstellung von Käse — ausgenommen Frisch- oder Schmelzkäse — notwendiges Salz;”

Bei Fragen zur Kennzeichnung können Sie sich auch gerne an die VHM-Geschäftsstelle wenden.

vhm/mas