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Freitag, 23.08.2019
Bio-Aschekäse droht das Aus!

VHM fordert Änderung des Anhangs VIII der EU-Bio-Verordnung

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Bio-Aschekäse droht das Aus!

VHM fordert Änderung des Anhangs VIII der EU-Bio-Verordnung

Die Änderung des Anhangs VIII der EU-Bio-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 889/2008) steht kurz vor dem Abschluss. Auch in der letzten Entwurfsfassung des Anhangs ist die Verwendung von Pflanzenkohle nicht für alle Käse erlaubt worden.

Der VHM hat daher seine Forderung nach Aufnahme aller Käse in die Positivliste bekräftigt und seine Stellungnahme an die Landwirtschaftsministerien in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie an alle deutschen, österreichischen und luxemburgischen Bioverbände mit der Bitte um Unterstützung geschickt.

Außerdem hat der VHM seinen Dachverband FACEnetwork informiert. Dieser bereitet seinerseits eine Stellungnahme vor, die in Kürze an alle FACE-Mitgliedsländer geht.

Quelle: www.seelbacher-ziegenkaeserei.de

Abbildung 1: Aschepyramide der Seelbacher Ziegenkäserei, ausgezeichnet mit dem Sonderprädikat “Hofkäse cum Laude”.

Pflanzenkohle – Ein Zusatzstoff mit langer Tradition

Die Verwendung von Pflanzenkohle (E 153) bei der Herstellung von Käse ist seit Jahrhunderten bekannt. Sie erfolgt europaweit bei ungereiften wie gereiften Käsen sowie Käsen aller Milcharten (Ziege, Schaf, Kuh, Büffel) (siehe Anlage I).

Die bekanntesten Käse mit Pflanzenkohle sind die französischen AOP-Käse (Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung)



 

Abbildung 2: Valençay ist ein französischer Käse aus Ziegenmilch. Er ist eine Spezialität der Gegend Berry und nach der gleichnamigen Gemeinde benannt.

Auch zahlreiche Käsereien in Deutschland stellen Käse mit Pflanzenkohle her (siehe Anlage II). Einige sind dabei überaus erfolgreich. So erhielt die Aschepyramide der Seelbacher Ziegenkäserei von Verbrauchern und einer Fachjury letztes Jahr das Sonderprädikat “Hofkäse cum Laude”, eine Auszeichnung für die 25 besten Hofkäse beim Deutschen Käsepreis 2018/2019 (www.hofkaese.de/preistraeger/details/28)

Zahlreiche Biokäsereien mussten in den letzten Jahren ihre Kuh-, Schaf- und Büffelmilchkäse mit Pflanzenkohle vom Markt nehmen oder als konventionelles Produkt vermarkten, da der Anhang VIII Abschnitt A der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 die Verwendung von Pflanzenkohle nur für zwei Käse vorsieht:

  • Geaschter Ziegenkäse
  • Morbier-Käse

Alle anderen Käse können derzeit nicht als Bioprodukt vermarktet werden. Dies stellt eine grobe Diskriminierung von Herstellern von Kuh-, Schaf- und Büffelkäse dar.

Der VHM fordert daher seit Langem, dass die Pflanzenkohle nicht nur auf Ziegenkäse beschränkt sein sollte, sondern dass auch Käse aus anderen Milcharten unter Verwendung von Pflanzenkohle hergestellt werden dürfen.

Durch die Revision der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wird jetzt der Anhang VIII geändert. Die Entwurfsfassung des Anhangs IV (Ref. Ares(2019)4697957 – 19/07/2019) sieht den Einsatz von Pflanzenkohle (E 153) nun für die folgenden beiden Käse(-gruppen) vor:

  • Flavoured unripened cheese (aromatisierte ungereifte Käse)
  • Morbier cheese (Morbier)

Diese Veränderung führt nicht zu einer wesentlichen Verbesserung, da lediglich andere Käsegruppen von der Verwendung von Pflanzenkohle ausgeschlossen werden. Insbesondere für die oben genannten AOP-Käse aus Ziegenmilch (Sainte-Maure de Touraine, Selles-sur-Cher, Valencay) wäre die Neuregelung verheerend, da sie nicht mehr als Bioprodukt hergestellt werden dürften. Alle AOP-Käse sind „ripened cheese“ (gereifte Käse) und fallen somit nicht unter den Begriff „flavoured unripened cheese“ (aromatisierte ungereifte Käse).


Quelle: www.milchhandwerk.info

Abbildung 3: Die Ziegenrolle Asche des Kolvenbacher Ziegenhofes wurde bei der VHM-Käseprüfung 2016 von den Käseexperten auf den 3. Platz gewählt und mit der “Käseharfe in Bronze” dekoriert.

Die Änderung würde europaweit bei vielen ökologisch wirtschaftenden Hof- und Dorfkäsereien dazu führen, dass lang eingeführte Käse vom Markt genommen werden müssten (siehe Anlage II).

Angesichts der jahrhundertealten Tradition und der Unbedenklichkeit der Pflanzenkohle als Zusatzstoff ist diese Änderung des Anhangs VIII nicht nachvollziehbar und wird von uns abgelehnt, da damit auch ein Teil europäischer Käsetradition verloren ginge.

Der Einsatz von Pflanzenkohle wird sowohl in der alten Fassung (Anhang VIII) als auch in der neuen Fassung (Anhang IV) nicht prinzipiell abgelehnt. In der neuen Fassung wird außerdem der Kreis der Produkte auf andere Milcharten ausgedehnt. Wissenschaftliche Vorbehalte gegen den Einsatz von Pflanzenkohle bei Käse können daher bei der Erstellung des Anhangs IV keine entscheidende Rolle gespielt haben. Es obliegt somit der Politik, eine unbürokratische Zulassung der Pflanzenkohle für Käse aller Milcharten zu ermöglichen.

Ein Festhalten an der Anwendungseinschränkung der Pflanzenkohle für Morbier, geaschte Ziegenkäse bzw. aromatisierte ungereifte Käse wäre willkürlich und diskriminiert eine große Zahl an Biokäseherstellern. Wir schlagen daher vor, den Anhang IV wie folgt zu ändern:

  • Code: E 153
  • Name: Vegetable carbon
  • Preparation of foodstuffs of: animal origin
  • Specific conditions and restrictions in addition to Regulation (EC) No 1333/2008: Cheese

Gerade wenn man die ökologische Produktion als nachhaltige und zukunftsgerichtete Form der Lebensmittelherstellung sieht, sollten Biokäsereien, die sich dem Erhalt traditioneller, umweltschonender Herstellungsweisen verpflichtet haben, nicht mit dem Entzug der Herstellungserlaubnis bestraft werden.

vhm/mas

Quelle: ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2019-4697957_en